Jagdfasan im Münsterland: Rückgang und Verhalten

Ein prächtiger Gast vor der Linse: Der Jagdfasan im Münsterland

Man muss nicht weit reisen, um exotische Farbenpracht zu erleben. Manchmal reicht ein Spaziergang am Rande von Dülmen oder durch die typische Parklandschaft des Münsterlands. Wer leise ist, kann aktuell einen der schillerndsten Bewohner unserer Heimat beobachten: den Jagdfasan.

Ein Asiate in Westfalen

Obwohl der Fasan aus unserer Landschaft kaum wegzudenken ist, gehört er eigentlich nicht zu den heimischen Arten. Ursprünglich stammt er aus Mittelasien. Erst die Römer brachten ihn nach Europa, und im Münsterland wurde er vor allem im 19. Jahrhundert für die herrschaftliche Jagd eingebürgert. Heute ist er ein fester Bestandteil unserer Fauna – auch wenn er es aktuell nicht leicht hat.

Woran erkennt man ihn?

Auf dem Foto oben sehen wir einen stolzen Hahn. Mit seinem kupferroten Gefieder, dem metallisch grün-blauen Hals und den auffälligen roten „Rosen“ um die Augen ist er kaum zu übersehen. Die Hennen hingegen sind wahre Tarnkünstler: In ihrem schlichten, beigen Tarngefieder sind sie am Boden zwischen trockenem Laub und Gras fast unsichtbar.


Der Fasan in der Region Dülmen: Ein Auslaufmodell?

Lange Zeit galt das Münsterland als das „Fasanen-Paradies“ Deutschlands. Die Struktur aus kleinen Feldern, Wallhecken und Wäldchen (Remisen) bot ideale Bedingungen. Doch wer in den letzten Jahren rund um die Heubachniederung oder in den Bauerschaften um Dülmen unterwegs war, merkt: Es ist ruhiger geworden.

Warum gehen die Bestände zurück?

  1. Nahrungsmangel: Die Küken brauchen in den ersten Wochen massenhaft Insekten. Durch die intensive Landwirtschaft fehlen diese oft.
  2. Lebensraum: Es mangelt an breiten, ungemähten Wegrainen und Brachflächen.
  3. Beutegreifer: Bodenbrüter wie der Fasan haben es gegen Fuchs, Marder und Waschbär schwer.

Verhalten: Ein stolzer Revierbesitzer

Haben Sie im Frühling schon einmal dieses raue, zweisilbige „Gock-gock“ gehört, gefolgt von einem heftigen Burren der Flügel? Das ist der Revierruf des Hahns. Fasane sind standorttreu und verbringen ihr ganzes Leben in einem relativ kleinen Radius. Im Winter rotten sie sich oft zu kleinen Gruppen (Schöpfen) zusammen, um gemeinsam Schutz zu suchen.

Tipp für Fotografen: Die beste Zeit für Beobachtungen in Dülmen ist der frühe Morgen. Auf den abgeernteten Feldern oder an Waldrändern lassen sich die Hähne gerne von den ersten Sonnenstrahlen wärmen – perfekt, um das metallische Schimmern des Gefieders einzufangen!


Jagdfasan (Phasianus colchicus)

Systematik:

  • Klasse: Vögel (Aves)
  • Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
  • Familie: Fasanenartige (Phasianidae)
  • Gattung: Eigentliche Fasanen (Phasianus)
  • Art: Jagdfasan (Phasianus colchicus)

Aussehen:

  • Hahn: Auffällig gefärbt mit grün-blauem Kopf, rotem Gesichtsbereich, braun-kupferfarbenem Gefieder, langem, spitzem Schwanz.
  • Henne: Unauffällig, braun-grau gemustert, tarnt sich gut in der Vegetation.
  • Größe: Länge ca. 50-90 cm (Hahn), ca. 50-70 cm (Henne).
  • Gewicht: Hahn: ca. 1-1,5 kg, Henne: ca. 0,8-1,2 kg.

Verbreitung:

  • Ursprünglich aus Asien, aber weltweit eingeführt, besonders in Europa und Nordamerika.
  • Bevorzugt offene Landschaften wie Felder, Wiesen, Gebüsche, Waldränder und Schilfgebiete.

Lebensweise:

  • Tagaktiv: Hauptsächlich am Boden aktiv, sucht Nahrung und fliegt nur bei Gefahr oder zur Nahrungssuche.
  • Bodenbewohner: Läuft geschickt und schnell, gräbt nach Nahrung.
  • Polygam: Hähne bilden während der Brutzeit Harems mit mehreren Hennen.
  • Standvogel: Bleibt meistens das ganze Jahr über im gleichen Gebiet.

Nahrung:

  • Allesfresser: Sämereien, Getreide, Beeren, Insekten, Würmer, Schnecken, kleine Wirbeltiere.
  • Nahrungssuche: Am Boden, scharrt und pickt.

Fortpflanzung:

  • Brutzeit: April bis Juli.
  • Nest: Eine einfache Mulde am Boden, gut versteckt in der Vegetation.
  • Gelege: 8-15 Eier.
  • Brutdauer: Ca. 23-26 Tage.
  • Junge: Die Küken sind Nestflüchter und folgen der Henne kurz nach dem Schlüpfen.

Feinde:

  • Raubtiere wie Fuchs, Marder, Dachs.
  • Greifvögel wie Habicht, Bussard, Sperber.
  • Mensch (Jagd, Landwirtschaft).

Bedeutung für den Menschen:

  • Beliebtes Jagdwild, wird wegen seines Fleisches und der Federn geschätzt.
  • In manchen Regionen als Schädling in der Landwirtschaft angesehen.
  • Attraktives Motiv in der Naturfotografie und Ornithologie.

Zusätzliche Informationen:

  • Es gibt zahlreiche Unterarten des Jagdfasans, die sich in Größe und Gefiederfärbung unterscheiden.
  • Der Jagdfasan ist ein sehr anpassungsfähiger Vogel, der in verschiedenen Lebensräumen zurechtkommt.
  • In manchen Ländern wird der Jagdfasan in Fasanerien gezüchtet, um die Bestände für die Jagd zu sichern.

Fazit

Der Jagdfasan ist ein Symbol für die Vielfalt unserer münsterländischen Kulturlandschaft. Auch wenn er ein „Zugezogener“ ist, bereichert er unsere Natur ungemein. Halten Sie bei Ihrem nächsten Spaziergang rund um Dülmen die Augen offen – vielleicht entdecken Sie diesen schillernden Ritter der Landstraße auch einmal aus der Nähe.

Dülmener Wildpferde

Die Dülmener Wildpferde sind eine kleine, halbwilde Pferderasse, die in der Region um Dülmen in Nordrhein-Westfalen, Deutschland beheimatet ist. Sie sind bekannt für ihre Robustheit, Ausdauer und Anpassungsfähigkeit an raue Umweltbedingungen. Die Dülmener Wildpferde sind eine der ältesten Pferderassen in Deutschland und haben eine lange Geschichte, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht.

Ursprünglich wurden die Wildpferde in Dülmen als Arbeitspferde für die Landwirtschaft und den Transport genutzt. Im Laufe der Jahrhunderte wurden sie jedoch zunehmend selten, und ihr Bestand ging zurück. In den 1920er Jahren wurden sie als gefährdete Art anerkannt und es wurden Maßnahmen ergriffen, um den Bestand zu schützen und zu erhöhen.

Heute leben die Dülmener Wildpferde in einem Schutzgebiet rund um Dülmen, das speziell für ihre Bedürfnisse eingerichtet wurde. Das Schutzgebiet ist ein wichtiger Lebensraum für die Pferde und bietet ihnen einen Platz zum Grasen und Ausruhen. Es gibt auch regelmäßige Kontrollen und Pflege, um sicherzustellen, dass die Pferde gesund und glücklich bleiben.

Die Dülmener Wildpferde sind eine wichtige kulturelle und historische Ikone in der Region und sind ein Symbol für die enge Verbindung zwischen Mensch und Natur. Heute können Besucher das Schutzgebiet besuchen, um die Pferde zu beobachten und mehr über ihre Geschichte und Bedeutung zu erfahren.

Ausgrabungen im Dernekamp

Wer hätte das geglaubt? Auf dem geplanten Gelände für das Neubaugebiet des neu entstehenden Wohnbaugebiets „Auf dem Bleek I“ werden zur Zeit archäologische Ausgrabungen gemacht. Und tatsächlich hat man auch was gefunden, ein Brunnen von Menschen gemacht. Na ja, jedenfalls die Überreste davon. Was sich nicht spektakulär anhört hat es aber in sich. Erste Untersuchungen nach, hat der Brunnen ein Alter von 1800 Jahren. Damit gehört dieser Fund zu einer der wenigen aus dieser Zeit. Aus einer Zeit, wo in Rom die Kaiser regierten. Es gibt wenige Funde dieser Art in Deutschland, die auf Siedlungsspuren hindeuten.

Auf dem Gelände wo einst unsere Vorfahren gelebt haben, werden in wenigen Monaten bzw. Jahre stolze neue Eigenheime stehen. So wird das Gebiet wieder neu besiedelt. Mal schauen was die Archäologie bis dahin noch alles raus findet, bzw. ausgräbt.