Jagdfasan im Münsterland: Rückgang und Verhalten

Ein prächtiger Gast vor der Linse: Der Jagdfasan im Münsterland

Man muss nicht weit reisen, um exotische Farbenpracht zu erleben. Manchmal reicht ein Spaziergang am Rande von Dülmen oder durch die typische Parklandschaft des Münsterlands. Wer leise ist, kann aktuell einen der schillerndsten Bewohner unserer Heimat beobachten: den Jagdfasan.

Ein Asiate in Westfalen

Obwohl der Fasan aus unserer Landschaft kaum wegzudenken ist, gehört er eigentlich nicht zu den heimischen Arten. Ursprünglich stammt er aus Mittelasien. Erst die Römer brachten ihn nach Europa, und im Münsterland wurde er vor allem im 19. Jahrhundert für die herrschaftliche Jagd eingebürgert. Heute ist er ein fester Bestandteil unserer Fauna – auch wenn er es aktuell nicht leicht hat.

Woran erkennt man ihn?

Auf dem Foto oben sehen wir einen stolzen Hahn. Mit seinem kupferroten Gefieder, dem metallisch grün-blauen Hals und den auffälligen roten „Rosen“ um die Augen ist er kaum zu übersehen. Die Hennen hingegen sind wahre Tarnkünstler: In ihrem schlichten, beigen Tarngefieder sind sie am Boden zwischen trockenem Laub und Gras fast unsichtbar.


Der Fasan in der Region Dülmen: Ein Auslaufmodell?

Lange Zeit galt das Münsterland als das „Fasanen-Paradies“ Deutschlands. Die Struktur aus kleinen Feldern, Wallhecken und Wäldchen (Remisen) bot ideale Bedingungen. Doch wer in den letzten Jahren rund um die Heubachniederung oder in den Bauerschaften um Dülmen unterwegs war, merkt: Es ist ruhiger geworden.

Warum gehen die Bestände zurück?

  1. Nahrungsmangel: Die Küken brauchen in den ersten Wochen massenhaft Insekten. Durch die intensive Landwirtschaft fehlen diese oft.
  2. Lebensraum: Es mangelt an breiten, ungemähten Wegrainen und Brachflächen.
  3. Beutegreifer: Bodenbrüter wie der Fasan haben es gegen Fuchs, Marder und Waschbär schwer.

Verhalten: Ein stolzer Revierbesitzer

Haben Sie im Frühling schon einmal dieses raue, zweisilbige „Gock-gock“ gehört, gefolgt von einem heftigen Burren der Flügel? Das ist der Revierruf des Hahns. Fasane sind standorttreu und verbringen ihr ganzes Leben in einem relativ kleinen Radius. Im Winter rotten sie sich oft zu kleinen Gruppen (Schöpfen) zusammen, um gemeinsam Schutz zu suchen.

Tipp für Fotografen: Die beste Zeit für Beobachtungen in Dülmen ist der frühe Morgen. Auf den abgeernteten Feldern oder an Waldrändern lassen sich die Hähne gerne von den ersten Sonnenstrahlen wärmen – perfekt, um das metallische Schimmern des Gefieders einzufangen!


Jagdfasan (Phasianus colchicus)

Systematik:

  • Klasse: Vögel (Aves)
  • Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
  • Familie: Fasanenartige (Phasianidae)
  • Gattung: Eigentliche Fasanen (Phasianus)
  • Art: Jagdfasan (Phasianus colchicus)

Aussehen:

  • Hahn: Auffällig gefärbt mit grün-blauem Kopf, rotem Gesichtsbereich, braun-kupferfarbenem Gefieder, langem, spitzem Schwanz.
  • Henne: Unauffällig, braun-grau gemustert, tarnt sich gut in der Vegetation.
  • Größe: Länge ca. 50-90 cm (Hahn), ca. 50-70 cm (Henne).
  • Gewicht: Hahn: ca. 1-1,5 kg, Henne: ca. 0,8-1,2 kg.

Verbreitung:

  • Ursprünglich aus Asien, aber weltweit eingeführt, besonders in Europa und Nordamerika.
  • Bevorzugt offene Landschaften wie Felder, Wiesen, Gebüsche, Waldränder und Schilfgebiete.

Lebensweise:

  • Tagaktiv: Hauptsächlich am Boden aktiv, sucht Nahrung und fliegt nur bei Gefahr oder zur Nahrungssuche.
  • Bodenbewohner: Läuft geschickt und schnell, gräbt nach Nahrung.
  • Polygam: Hähne bilden während der Brutzeit Harems mit mehreren Hennen.
  • Standvogel: Bleibt meistens das ganze Jahr über im gleichen Gebiet.

Nahrung:

  • Allesfresser: Sämereien, Getreide, Beeren, Insekten, Würmer, Schnecken, kleine Wirbeltiere.
  • Nahrungssuche: Am Boden, scharrt und pickt.

Fortpflanzung:

  • Brutzeit: April bis Juli.
  • Nest: Eine einfache Mulde am Boden, gut versteckt in der Vegetation.
  • Gelege: 8-15 Eier.
  • Brutdauer: Ca. 23-26 Tage.
  • Junge: Die Küken sind Nestflüchter und folgen der Henne kurz nach dem Schlüpfen.

Feinde:

  • Raubtiere wie Fuchs, Marder, Dachs.
  • Greifvögel wie Habicht, Bussard, Sperber.
  • Mensch (Jagd, Landwirtschaft).

Bedeutung für den Menschen:

  • Beliebtes Jagdwild, wird wegen seines Fleisches und der Federn geschätzt.
  • In manchen Regionen als Schädling in der Landwirtschaft angesehen.
  • Attraktives Motiv in der Naturfotografie und Ornithologie.

Zusätzliche Informationen:

  • Es gibt zahlreiche Unterarten des Jagdfasans, die sich in Größe und Gefiederfärbung unterscheiden.
  • Der Jagdfasan ist ein sehr anpassungsfähiger Vogel, der in verschiedenen Lebensräumen zurechtkommt.
  • In manchen Ländern wird der Jagdfasan in Fasanerien gezüchtet, um die Bestände für die Jagd zu sichern.

Fazit

Der Jagdfasan ist ein Symbol für die Vielfalt unserer münsterländischen Kulturlandschaft. Auch wenn er ein „Zugezogener“ ist, bereichert er unsere Natur ungemein. Halten Sie bei Ihrem nächsten Spaziergang rund um Dülmen die Augen offen – vielleicht entdecken Sie diesen schillernden Ritter der Landstraße auch einmal aus der Nähe.

Das Osterhasseln in Buldern

Wenn ein alter Osterbrauch das ganze Dorf bewegt

Es gibt Bräuche, die sind mehr als nur ein Programmpunkt im Jahreslauf. Sie gehören zu einem Ort wie die Kirche, der Dorfplatz oder die Straße, auf der man seit Generationen unterwegs ist. Das Osterhasseln in Buldern, heute ein Ortsteil von Dülmen, ist so ein Brauch. Es wirkt auf den ersten Blick derb, laut und fast archaisch. Doch gerade das macht seinen besonderen Reiz aus. Hier begegnen sich Osterfest, Dorfgemeinschaft und überlieferte Tradition auf eine Weise, die man nicht erfinden kann.

Wer das Osterhasseln zum ersten Mal sieht, merkt schnell: Das ist kein dekoratives Brauchtum für die Vitrine. Es ist ein lebendiges Spiel, das Einsatz fordert, Regeln kennt und den Menschen im Dorf bis heute etwas bedeutet.

Was ist das Osterhasseln überhaupt?

Osterhasseln in Dülmen Buldern

Beim Osterhasseln treten in Buldern traditionell zwei Parteien gegeneinander an: Ost gegen West. Die Einteilung folgt dabei der Lage im Dorf. Gespielt wird mit einer großen runden Holz-Scheibe, der sogenannten Hassel, die über die Straße gerollt oder geworfen wird. Ziel ist es, die gegnerische Mannschaft Schritt für Schritt zurückzudrängen und die Scheibe über eine festgelegte Linie zu bringen.

Der Brauch findet traditionell am Ostersonntag statt. Austragungsort ist heute die Nottulner Straße. Die Ortsgemeinschaft Buldern beschreibt den Ablauf als einen Wettstreit zwischen den Dorfteilen in Richtung Münster und in Richtung Dülmen. Das Spiel ist körperlich, schnell und keineswegs ungefährlich. Die Scheibe muss von der Gegenseite mit den Beinen gestoppt werden, was deutlich macht, dass hier nicht nur Tradition, sondern auch Mut und Standfestigkeit gefragt sind.

Ein Brauch mit tiefer Verwurzelung

Gerade bei alten Bräuchen ist Vorsicht wichtig. Vieles wird über Generationen weitererzählt, aber nicht alles lässt sich historisch lückenlos belegen. So ist es auch beim Osterhasseln in Buldern. Die Ortsgemeinschaft weist selbst darauf hin, dass sich nicht genau nachweisen lässt, wann dieser Brauch entstanden ist. Das ist ein wichtiger Punkt, denn bei Heimat- und Osterbräuchen werden Ursprung und Alter oft schnell zu sicher behauptet, obwohl die Quellenlage das nicht hergibt.

Überliefert ist in Buldern allerdings eine Deutung, die dem Brauch einen sehr alten, symbolischen Hintergrund zuschreibt. Danach soll die Hassel die Sonnenscheibe darstellen, und das Spiel stehe sinnbildlich für den Kampf des Frühlings gegen den Winter. Diese Erklärung gehört eindeutig zur örtlichen Überlieferung und ist Teil des Selbstverständnisses des Brauchs. Gesichert ist damit aber vor allem, dass diese Deutung in Buldern tradiert wird. Ob der Brauch tatsächlich auf eine altgermanische Sitte zurückgeht, lässt sich mit den heute zugänglichen Quellen nicht beweisen.

Hier ist voller Körpereinsatz gefragt

Gerade das macht den Brauch aber nicht kleiner. Im Gegenteil: Viele Traditionen leben davon, dass sich über Generationen Bedeutung, Glaube, Symbolik und gelebte Praxis miteinander vermischen.

Osterbrauch zwischen Kirche, Dorf und Wettkampf

Das Osterhasseln steht im Rahmen des Osterfestes und gehört damit in den großen Zusammenhang westfälischer Ostersitten. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe ordnet es als eine Form österlichen Wettkampfs ein. Damit wird deutlich, dass der Brauch nicht isoliert betrachtet werden sollte. Er ist Teil einer alten ländlichen Festkultur, in der christliche Feiertage nicht nur in der Kirche stattfanden, sondern auch im Dorfleben selbst ihren Ausdruck fanden.

Genau darin liegt seine besondere Stärke: Das Osterhasseln verbindet den hohen Feiertag mit einem gemeinschaftlichen Ereignis, das von vielen Menschen getragen wird. Es ist kein stiller Brauch, sondern einer, der Öffentlichkeit braucht, Teilnahme verlangt und Identität schafft.

Die bekannte Geschichte in Buldern

Auch wenn der genaue Ursprung im Dunkeln liegt, ist die jüngere Geschichte des Osterhasselns in Buldern deutlich besser greifbar.

Fest steht, dass der Brauch bis 1959 auf der Weseler Straße ausgetragen wurde, also auf der damaligen Hauptverkehrsstraße durch den Ort. Mit dem wachsenden Autoverkehr wurde das zunehmend problematisch. 1960 wurde das Hasseln polizeilich untersagt. Allein diese Episode zeigt schon, wie tief der Brauch im Ort verankert war. Denn die Bulderner wollten sich ihre Tradition nicht einfach nehmen lassen.

Ein Bericht der Ortsgemeinschaft erinnert daran, dass es nach dem Verbot sogar ein Nachspiel vor dem Amtsgericht Dülmen gab. Dort wird geschildert, wie junge Bulderner den Brauch dennoch fortführen wollten, eine Ersatzscheibe bereithielten und sogar ein Polizeiauto zur Seite stellten, um weitermachen zu können. Das ist eine jener Dorfgeschichten, die viel über die Bedeutung einer Tradition verraten. Es ging hier nicht um eine Nebensache, sondern um etwas, das man als Teil des eigenen Lebens empfand.

Für die Jahre danach ist die Überlieferung nicht ganz widerspruchsfrei. Ein Artikel nennt eine offizielle Wiederzulassung bereits 1961 auf der Nottulner Straße. Die allgemeine Darstellung der Ortsgemeinschaft spricht dagegen davon, dass der Brauch Mitte der 1960er Jahre insgesamt zum Erliegen kam und 1977 durch den Bulderner Bürgerstammtisch gemeinsam mit der Ortsgemeinschaft wiederbelebt wurde. Diese Wiederbelebung im Jahr 1977 wird übereinstimmend genannt und kann als gesichert gelten.

Vom alten Dorfbrauch zur organisierten Tradition

Wie sehr sich Zeiten ändern, zeigt auch ein Blick auf die äußere Form des Spiels. Früher wurde, so berichten örtliche Darstellungen, teilweise noch im feinen Zwirn, also in Anzug, Frack und Zylinder, gehasselt. Das wirkt aus heutiger Sicht fast unglaublich, wenn man bedenkt, wie robust und körperlich dieses Spiel ist.

Heute geht es praktischer zu. Moderne Kleidung, Schutzpolster und eine klarere Organisation gehören dazu. Denn das Osterhasseln ist kein harmloser Zeitvertreib. Wer die rollende Scheibe mit dem Bein stoppt, riskiert blaue Flecken und schmerzhafte Treffer. Die Ortsgemeinschaft spricht offen davon, dass solche Blessuren fast dazugehören. Sogar Zuschauer können gefährdet sein. Deshalb gibt es heute Sicherheitsvorkehrungen wie Sanitätsdienst und Versicherungsschutz.

Das ist ein interessanter Wandel: Der Kern des Brauchs bleibt erhalten, aber seine Durchführung passt sich den Anforderungen der Gegenwart an. Genau so überleben Traditionen. Nicht, indem man sie ins Museum stellt, sondern indem man sie in veränderter Zeit verantwortungsvoll weiterträgt.

Warum das Osterhasseln bis heute wichtig ist

In einer Zeit, in der vieles austauschbar geworden ist, gewinnen solche Bräuche sogar an Wert. Das Osterhasseln ist in Buldern nicht einfach nur ein Event. Es ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass ein Dorf seine eigenen Formen des Feierns, Erinnerns und Zusammenhalts bewahren kann.

Lokale Berichte der letzten Jahre zeigen, dass der Brauch weiterlebt, auch wenn es zwischenzeitlich nicht immer leicht war, genügend Teilnehmer zu finden. Gerade darin zeigt sich seine heutige Bedeutung: Er lebt nur weiter, wenn Menschen mitmachen, ihn tragen und an die nächste Generation weitergeben.

Und vielleicht ist genau das der eigentliche Kern dieses Osterbrauchs. Nicht nur der Wettkampf zwischen Ost und West, nicht nur die Scheibe, nicht nur die Symbolik von Sonne, Winter und Frühling. Sondern das Bewusstsein, dass ein Ort mehr ist als Häuser und Straßen. Ein Ort lebt von seinen gemeinsamen Erinnerungen. Vom Wiedererkennen. Vom Mitmachen. Vom Wissen, dass manches schon die Großväter getan haben.

Fazit

Das Osterhasseln in Buldern ist ein bemerkenswerter Osterbrauch mit starker örtlicher Verwurzelung. Sein genauer Ursprung lässt sich heute nicht sicher belegen. Die oft genannte Deutung als Sinnbild des Kampfes von Frühling und Winter gehört zur lokalen Überlieferung, ist aber nicht historisch bewiesen. Gut dokumentiert sind dagegen seine Austragung auf der Weseler Straße bis 1959, das Verbot im Jahr 1960, das spätere Erliegen des Brauchs und seine Wiederbelebung im Jahr 1977.

Heute zeigt sich das Osterhasseln als lebendige Tradition, die rau, gemeinschaftlich und unverwechselbar ist. Gerade darin liegt seine Kraft. Es erinnert daran, dass Brauchtum nicht nur aus schönen Worten besteht, sondern aus gelebter Praxis, aus Zusammenhalt und aus der Bereitschaft, Altes nicht einfach aufzugeben.

Osterhasseln 2026

Ostersonntag 05.04.2026 – Nottulner Straße – Treffen 15.00 Uhr / Beginn ca.15.30 Uhr Dauer ca.1 Stunde

Struwen: Karfreitagstradition im Münsterland

Hallo aus dem Herzen unserer schönen Tiberstadt! Als Dülmener durch und durch gibt es für mich kaum einen Tag im Jahr, an dem Tradition so greifbar – und vor allem so riechbar – ist wie heute. Wenn man am Karfreitag durch unsere Straßen geht, zieht dieser unverwechselbare Duft von Hefe und süßen Rosinen durch die Nachbarschaft.

In meinem heutigen Blog-Beitrag widme ich mich einem kulinarischen Kulturgut unserer Heimat: den Struwen. Für viele Münsterländer ist ein Karfreitag ohne diese Hefepfannkuchen schlichtweg unvorstellbar.


Karfreitag im Münsterland: Warum wir „Strouwen“ essen

Die Wurzeln einer Fastenspeise

Der Name „Struwen“ leitet sich vom mittelniederdeutschen Wort struve ab, was so viel wie „gestaucht“, „kraus“ oder „uneben“ bedeutet – eine treffende Beschreibung für die unregelmäßige Form der Pfannkuchen, wenn sie im heißen Fett ausgebacken werden.

Historisch betrachtet ist die Struwen-Tradition tief im katholischen Glauben des Münsterlandes verwurzelt. Der Karfreitag ist ein strenger Fastentag, an dem der Verzehr von Fleisch untersagt ist. Um dennoch eine nahrhafte und sättigende Mahlzeit für die oft kinderreichen Familien zu schaffen, griffen unsere Vorfahren auf einfache, aber gehaltvolle Zutaten zurück: Mehl, Milch, Hefe und Eier. Die Zugabe von Rosinen machte das schlichte Gericht zu einer besonderen Speise für diesen hohen Feiertag. Bereits im 11. Jahrhundert finden sich erste Erwähnungen ähnlicher Gebäcke in Klosterschriften.

Warum die Tradition in Dülmen lebendig bleibt

Strouwen in der Küche, ein traditionales Gericht was im Münsterland zu Karfreitag gegessen wird.
Strouwen in der Küche, ein traditionales Gericht was im Münsterland zu Karfreitag gegessen wird.

Man könnte meinen, in Zeiten von Fast Food und globaler Küche würde solch ein einfaches Gericht in Vergessenheit geraten. Doch das Gegenteil ist der Fall. In Dülmen – von der Innenstadt bis nach Buldern oder Merfeld – gehören Struwen zum sozialen Kleber.

  1. Gemeinschaft: Struwen backt man selten für sich allein. Es ist ein Event, bei dem die ganze Familie um den Herd zusammenkommt.
  2. Identität: In einer sich schnell verändernden Welt bieten diese regionalen Bräuche einen Ankerpunkt. Es ist ein Stück „Dorfkind-Gefühl“, das man an die nächste Generation weitergibt.
  3. Saisonalität: Da es Struwen traditionell wirklich nur an diesem einen Tag gibt, bleibt die Vorfreude darauf das ganze Jahr über erhalten.

Das authentische Münsterländer Struwen-Rezept

Für das perfekte Ergebnis braucht man Zeit und gute Zutaten. Hier ist mein erprobtes Rezept für etwa 4 Personen.

Die Zutaten

  • 500 g Weizenmehl (Type 405)
  • 375 ml Milch (lauwarm)
  • 1 Würfel frische Hefe (42 g)
  • 2 Eier (Größe M)
  • 50 g Zucker
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 250 g Rosinen (oder Sultaninen)
  • Reichlich Butterschmalz oder ein neutrales Pflanzenöl zum Ausbacken

Schritt-für-Schritt-Zubereitung

  1. Vorteig ansetzen: Das Mehl in eine große Schüssel geben und in die Mitte eine Mulde drücken. Die Hefe hineinbröckeln, mit etwas Zucker und einem Teil der lauwarmen Milch verrühren. Diesen „Vorteig“ abgedeckt an einem warmen Ort ca. 15 Minuten gehen lassen.
  2. Hauptteig mischen: Die restliche Milch, Eier, Zucker, Vanillezucker und Salz hinzufügen. Mit dem Knethaken des Mixers oder einem Kochlöffel so lange schlagen, bis der Teig Blasen wirft und sich vom Schüsselrand löst.
  3. Die Ruhephase: Den Teig nun für mindestens 45 bis 60 Minuten an einem warmen, zugfreien Ort gehen lassen, bis er sein Volumen in etwa verdoppelt hat.
  4. Rosinen unterheben: Erst jetzt die gewaschenen und gut abgetrockneten Rosinen vorsichtig unter den Teig heben.
  5. Ausbacken: In einer schweren Pfanne reichlich Fett erhitzen. Mit einem großen Löffel kleine Teigportionen hineingeben und flach drücken. Bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldbraun ausbacken.Pro-Tipp: Die Hitze darf nicht zu hoch sein, sonst verbrennen die Rosinen außen, während der Teig innen noch roh ist.
  6. Servieren: Die Struwen noch heiß servieren. Traditionell bestreut man sie mit einer Mischung aus Zucker und Zimt.

Fazit: Ein Genuss, der verbindet

Ob man sie nun klassisch mit Zucker und Zimt isst oder – wie manche Dülmener – mit einem Klecks Apfelmus kombiniert: Struwen sind mehr als nur ein Essen. Sie sind eine Liebeserklärung an unsere westfälische Heimat.

Ich wünsche euch allen einen besinnlichen Karfreitag und einen guten Appetit beim Nachkochen!

Dülmener Wildpferde

Die Dülmener Wildpferde sind eine kleine, halbwilde Pferderasse, die in der Region um Dülmen in Nordrhein-Westfalen, Deutschland beheimatet ist. Sie sind bekannt für ihre Robustheit, Ausdauer und Anpassungsfähigkeit an raue Umweltbedingungen. Die Dülmener Wildpferde sind eine der ältesten Pferderassen in Deutschland und haben eine lange Geschichte, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht.

Ursprünglich wurden die Wildpferde in Dülmen als Arbeitspferde für die Landwirtschaft und den Transport genutzt. Im Laufe der Jahrhunderte wurden sie jedoch zunehmend selten, und ihr Bestand ging zurück. In den 1920er Jahren wurden sie als gefährdete Art anerkannt und es wurden Maßnahmen ergriffen, um den Bestand zu schützen und zu erhöhen.

Heute leben die Dülmener Wildpferde in einem Schutzgebiet rund um Dülmen, das speziell für ihre Bedürfnisse eingerichtet wurde. Das Schutzgebiet ist ein wichtiger Lebensraum für die Pferde und bietet ihnen einen Platz zum Grasen und Ausruhen. Es gibt auch regelmäßige Kontrollen und Pflege, um sicherzustellen, dass die Pferde gesund und glücklich bleiben.

Die Dülmener Wildpferde sind eine wichtige kulturelle und historische Ikone in der Region und sind ein Symbol für die enge Verbindung zwischen Mensch und Natur. Heute können Besucher das Schutzgebiet besuchen, um die Pferde zu beobachten und mehr über ihre Geschichte und Bedeutung zu erfahren.

Die Herkunft des Namens „Dülmen“

die Herkunft des Namens „Dülmen“ ist nicht eindeutig geklärt, es gibt jedoch verschiedene Theorien und Vermutungen dazu. Eine Theorie besagt, dass der Name auf das germanische Wort „dil“ zurückzuführen ist, was so viel wie „Tal“ oder „Senke“ bedeutet. Das würde darauf hindeuten, dass Dülmen in einer Senke oder einem Tal gelegen hat.

Eine andere Theorie besagt, dass der Name aus dem Lateinischen stammt und sich von „diluvium“ ableitet, was so viel wie „Überschwemmung“ bedeutet. Das würde darauf hindeuten, dass die Region um Dülmen in der Vergangenheit von Überschwemmungen betroffen ist

Eine weitere Vermutung besagt, dass der Name Dülmen auf den Namen eines germanischen Stammesführers zurückzuführen ist, der in der Region gelebt hat. Der Name des Stammesführers könnte „Dil“ oder „Dul“ gewesen sein, und „men“ würde so viel wie „Siedlung“ oder „Ort“

Es gibt auch noch weitere Theorien und Vermutungen zur Herkunft des Namens Dülmen, aber es bleibt unklar, welche davon tatsächlich zutreffend ist.

Ausgrabungen im Dernekamp

Wer hätte das geglaubt? Auf dem geplanten Gelände für das Neubaugebiet des neu entstehenden Wohnbaugebiets „Auf dem Bleek I“ werden zur Zeit archäologische Ausgrabungen gemacht. Und tatsächlich hat man auch was gefunden, ein Brunnen von Menschen gemacht. Na ja, jedenfalls die Überreste davon. Was sich nicht spektakulär anhört hat es aber in sich. Erste Untersuchungen nach, hat der Brunnen ein Alter von 1800 Jahren. Damit gehört dieser Fund zu einer der wenigen aus dieser Zeit. Aus einer Zeit, wo in Rom die Kaiser regierten. Es gibt wenige Funde dieser Art in Deutschland, die auf Siedlungsspuren hindeuten.

Auf dem Gelände wo einst unsere Vorfahren gelebt haben, werden in wenigen Monaten bzw. Jahre stolze neue Eigenheime stehen. So wird das Gebiet wieder neu besiedelt. Mal schauen was die Archäologie bis dahin noch alles raus findet, bzw. ausgräbt.

Schnee im Münsterland

Wer hätte das noch geglaubt, trotz Klimawandel und den damit verbundenen höheren Temperaturen ist der Winter noch mal zurück gekehrt. Und das mit einer Heftigkeit, die sich auch keiner mehr vorstellen konnte, knappe 30 cm fielen von Samstag auf Montag runter.

Die Landschaft befand sich plötzlich unter einer weißen Decke. Üblich war es ja in den letzten Jahren so, das der Schnee schnell dahin schmolz. Doch dieses mal kam zum Schnee auch die passende Kälte, selbst tagsüber ging es mit den Temperaturen nicht hoch.

Aber ich will an dieser Stelle nicht meckern, ganz im Gegenteil. Ich denke es ist schon toll hier zu leben, aber dieser Schnee hat vieles in einem ganz neuen Licht erstrahlen lassen. Man könnte auch sagen, das man einen anderen Blickwinkel auf alles bekommen hat.

Ich habe dazu mal wieder ein paar Fotos dazu gemacht, damit man sich selbst ein Eindruck machen kann.

RHODODENDRONWALD

In Dülmen Welte ( zwischen Dülmen und Lette ) betreibt die Baumschule Rüskamp unter anderem eine kleinen RHODODENDRONWALD.

In den Monaten April bis Mai zeigt der immergrüne Rhododendron seine ganze Blütenpracht. Die Blüten haben dabei eine große Farbvielfalt. Von Violett bis Rosa, Gelb und Orange findet man hier allerhand. Das Auge kann teilweise die Fülle der Farben gar nicht fassen. Na ja, ganz so schlimm ist es nun auch wieder nicht.

Zwischen hohen Bäumen ist der Rhodendron in die Landschaft eingebettet. Wer also die Möglichkeit hat in den Monaten April und Mai vorbei zu kommen, der sollte einen Besuch hier einplanen. Es ist ein künstliches Naturschauspiel, aber davon mal ab ist ein Traum für die Seele. Einfach mal zwischen den Büschen durchgehen, natürlich auf den Wegen, und genießen. Wobei Büsche ist nicht ganz richtig. Es gibt da mittlerweile Büsche die so groß sind wie kleine Einfamilienhäuser.

Leider geben die Fotos nicht das ganze Spektrum wieder, aber vielleicht machen diese ja Appetit.

Und wo findet man diesen Wald? Wie bereits erwähnt liegt dieser kleine Wald zwischen Lette und Dülmen an der B474. Also sehr gut mit dem Auto erreichbar. In Google Maps gibt man folgendes ein: Rhododendronwald, Welte, 48249 Dülmen.

Die Internetseite der Baumschule Rüskamp lautet wie folgt: https://www.rueskamp-welte.de/rhododendronwald

Rosengarten Seppenrade

Ganz in der Nähe von Dülmen, genauer gesagt in dem kleinen und schönen Örtchen Seppenrade gibt es einen phänomenalen Rosengarten. Der Garten wird ehrenamtlich betrieben. Man erkennt sehr schnell wieviel Herzblut die Mitglieder in den Garten stecken. Hier mal ein paar Impressionen von mir gemacht.

Kirschblüte in Dülmen 2020

Warum in die Ferne schweifen, wenn man vor der eigenen Haustüre alljährlich ein farbenfrohes Spektakel in Augenschein nehmen kann. In Japan gibt es ja das Kirschblütenfest. Und auch in Bonn gibt es eine eindrucksvolle Strasse, die jedes Jahr Tausende von Besuchern anzieht.

Aber auch in unserem beschaulichen Dülmen gibt es so eine Strasse, nur das diese hier relativ unbekannt ist. Was mehr als schade ist! Wer diese Strasse auf und ab geht, der bekommt augenblicklich gute Laune. Ein klein wenig Wärme und ein paar Sonnenstrahlen sind natürlich förderlich.

Also unbedingt mal vorbeischauen. Ach ja, die Adresse wäre natürlich optimal. Sythener Weg – Dülmen Dernekamp